Mehr als ein Gebrauchtwarenladen

Diakonie bittet um Spenden für Fundgrube in Erlangen-Bruck

ERLANGEN. Die Bluse sieht aus wie neu, die Schuhe passen perfekt – es ist ein guter Tag für eine Kundin der Fundgrube. Im Geschäft der Diakonie Erlangen findet sie wie viele andere Menschen mit geringem Einkommen gute Waren für wenig Geld. Von Armut bedroht oder betroffen, sind sie auf den nachhaltigen Sozialladen in Erlangen-Bruck dringend angewiesen. Der arbeitet ausschließlich kostendeckend und braucht nun selbst Unterstützung. Für viele von uns ist Shopping eine willkommene Freizeitbeschäftigung: Beim Einkaufsbummel durch die Stadt oder Klicken durch die Online-Shops einfach mal schauen, was angeboten wird … Menschen, die hingegen in Armut oder am Existenzminimum leben, denken mit großer Sorge an den nächsten Kauf. Eine kaputte Jeans, verschlissene Schuhe oder die Geburtstagswünsche der Tochter werden für sie schnell zur Zerreißprobe. Denn für Betroffene besteht das Leben meist aus Verzicht.

Aufmunternde Worte und Türöffner zu Hilfsangeboten

So auch bei Esma H. Es ist Mittwochmittag und sie steht mit einigen anderen Menschen vor der Fundgrube. Zusammen mit ihrem Mann und den drei Kindern wohnt sie in einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Ihr Partner ist durch einen Arbeitsunfall Frührentner. Sie selbst ist letztes Jahr schwer erkrankt. Viel leisten kann sich die Familie nicht. Da ist Esma froh, wenn sie in der Fundgrube günstige Kleidung und Schuhe findet. Auch wenn etwas im Haushalt kaputtgeht, weiß sie, wo es preiswerten Ersatz gibt. Bei ihren Besuchen freut sie sich jedes Mal auf ein aufmunterndes Gespräch mit den Mitarbeitenden. Bereits seit 13 Jahren öffnen die größtenteils Ehrenamtlichen der Fundgrube in Erlangen-Bruck Türen und Herzen für ihre Kunden*innen. Sie beraten beim Kauf, sind aber auch wichtige Ansprechpartner*innen für die Nöte der Menschen. Schließlich ist der Gebrauchtwarenladen eng mit den zahlreichen Hilfsangeboten der Diakonie Erlangen und Stadtmission Nürnberg vernetzt. Damit fungiert er auch als Türöffner zu Einrichtungen wie der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA), Tafel Erlangen, den Ambulanten Erzieherischen Hilfen oder den Hilfen für Menschen in Wohnungsnot – um nur einige zu nennen. Die Fundgrube arbeitet also in doppeltem Sinne nachhaltig: Sie bringt gebrauchte Artikel ressourcenschonend wieder in Umlauf und unterstützt ihre Kunden*innen dabei, dauerhaft wieder auf die Beine zu kommen.

Nun allerdings nagt der Zahn der Zeit am Diakonie-Laden: Es braucht dringend eine Neugestaltung! So müssen beispielsweise die alten Regale ersetzt werden. Zudem soll der Verkaufsraum offener und einladender gestaltet werden. Da die Fundgrube keine Gewinne erwirtschaftet, sondern ausschließlich kostendeckend arbeitet, ist sie auf Spenden angewiesen. In ihrer aktuellen Osteraktion bittet die Diakonie Erlangen deshalb Bürger*innen, Vereine und Unternehmen darum, einen Beitrag zu leisten, damit Menschen mit wenig Geld sich auch künftig zumindest mit dem Allernötigsten versorgen können. 

Text: Alexander Reindl

Spendenkonto:
Diakonie Erlangen
IBAN: DE46 7635 0000 0060 0258 74
BIC: BYLADEM1ERH
Sparkasse Erlangen Höchstadt Herzogenaurach
Stichwort: Fundgrube