In unseren Tagen ist der Ton immer rauer geworden. Sachliche Diskussionen werden seltener. Man kann beobachten, wie sich zunehmend feindliche Lager gegenüber-stehen. - Was ist passiert? Können sich Menschen immer weniger leiden? Woher kommt diese Illusion, dass alles „easy“ sein müsste, dass man überall „Freunde“ ha-ben muss? Und wenn nicht, dann … So war es doch auch in Vergangenheit noch nie. Vielleicht konnte man manches besser ertragen, weil man sich nicht so wichtig ge-nommen hat zugunsten von anderen … ?
Wochenimpulse
In der Erlanger Kinderklinik, im Gang vor der Cafeteria, befinden sich zwei lebensgroße Spielschafe.
Anfang dieser Woche lief ein Kind an der Hand seiner Mutter freudig darauf zu…..“Mäh, mäh, da mäh“. Das Schaf wurde gestreichelt und sorgte für einen Moment der Abwechslung auf dem Weg vom Stationszimmer zu einer Untersuchung. Am liebsten wäre der Kleine noch viel länger geblieben, die Mutter versprach ihm, dass er das Schaf nach der Untersuchung wiedersehe …..
Wir feiern am 29. Juni die zwei Apostel Petrus und Paulus. Wie tröstlich ist es, dass die beiden sich nicht immer einig waren. Ganz im Gegenteil. Die zwei Apostel, auf der die Urkirche gründet und die ganze Ausbreitung der Christen ins römische Reich, waren sehr gegensätzlich. Der eine ein Dickkopf, der andere ein Hasenfuß. In Antiochia kam es zum Streit!
Liebe Leserinnen und Leser,
vermutlich werden sie an diesem Wochenende wieder lodern an vielen Stellen um und vielleicht sogar in Erlangen - die Johannisfeuer.
Was fällt Ihnen ein, wenn Sie das Wort „Adlerflügel“ hören?
Ich stelle mir zuerst die mächtigen Schwingen eines Steinadlers vor. Bis zu zwei Meter kann die Spannweite eines solchen majestätischen Vogels betragen. Und trotz seiner Größe wirkt dieser Vogel im Flug leicht und elegant.
In der Vorbereitung auf diesen Impuls bin ich besonders aufmerksam durch die Welt gegangen. Dabei sind mir viele Adlerflügel aufgefallen: ich konnte sie als Markenzeichen auf unterschiedlichen Artikeln, auf Fahrzeugen, Stadt- oder Familienwappen, auf Fahnen und Geldstücken entdecken.
Jetzt ist die Zeit – mit diesem Motto ist am Mittwoch der Deutsche Evangelische Kirchentag in Nürnberg gestartet. Zuvor lag da schon etwas Spannung in der Luft: Würden wirklich so viele Leute teilnehmen?
Na klar, an Pfingsten „ruft der Berg“ und dann geht´s auch zum „Berg“. Die Bergkirchweih in Erlangen ist „eines der schönsten und ältesten Volksfeste der Welt“, so wird im Internet geworben. Seit 200 Jahren läuft das Volk zusammen, um zu feiern. Und das sei allen gegönnt, die den Ruf zum Berg folgen. Ich bin da gewiss keine Spielverderberin. Auch ich feiere gerne das Leben. Wenn ich höre, „das Volk lief zusammen“, dann muss ich unweigerlich an das große Pfingstereignis vor 2000 Jahren denken.
„Lebe im Hier und Jetzt!“, lese ich auf einer Werbetafel vor mir, in großen Buchstaben und mit Ausrufezeichen.
Ich komme ins Nachdenken. Eigentlich mag ich es, Pläne zu machen. Stelle mich gern darauf ein, was auf mich zukommt. Bereite mich gern auf Aufgaben vor, und genieße die Vorfreude auf schöne Dinge.
Beide große Kirchen erleben derzeit einen Mitgliederschwund, der seinesgleichen sucht. In meiner, der katholischen Kirche, ist die Lage prekär. Denn längst nicht mehr nur ihre Gegnerinnen und Gegner, sondern auch die eigenen Gläubigen kehren ihr den Rücken. Regelmäßig liest man - auch hier in dieser Zeitung - von unfassbaren Missbrauchstaten durch Kleriker und von ihrem systematischem Vertuschen durch die Hierarchie. Wer unter diesen Umständen lediglich von einer „Krise der Kirche“ spricht, verharmlost das Monströse, das unzähligen Kindern und Jugendlichen widerfahren ist.
„Das war knapp, Gott sei Dank!“ Erschrocken schicke ich ein Stoßgebet gen Himmel. In letzter Sekunde hatte ich nachts eine Dunkelradlerin doch noch gesehen. Mit einem beherzten Tritt auf die Bremse schaffte ich den rettenden Meter Abstand. Dunkle Kleidung, dunkles Rad, ohne Beleuchtung nachts forsch unterwegs - es gibt bessere Ideen. Etwas grimmig schicke ich ein „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“ hinterher.